Ergotherapie in der Geriatrie (alte Menschen)

Fit sein im Alltag. Ergotherapie fördert und fordert.

Bis ins hohe Alter hinein aktiv zu sein ist ein oft formulierter Wunsch.
Leider sieht die Realität häufig anders aus: Bei rund zwei Dritteln der über Siebzigjährigen liegt mindestens eine behandlungs-bedürftige Erkrankung vor, die Selbständigkeit und selbstbestimmtes Leben einschränkt. Bauliche Gegebenheiten, die Ausstattung der Wohnung und auch das Umfeld können älteren Menschen das Leben in den eigenen vier Wänden zusätzlich schwer machen.

Ergotherapie bietet älteren Menschen:

  • mit akuten und chronischen Erkrankungen aus den Fachbereichen der Neurologie, Orthopädie, innere Medizin und Psychiatrie
  • oder die aufgrund dessen in Senioren- und Pflegeheimen leben:
  • individuelle Problemlösungen und Anpassungen an die jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Einzelnen.

Dabei werden individuelle Handlungskompetenzen des täglichen Lebens, in Beruf und Freizeit, allein und in der Gemeinschaft geübt und trainiert.

Wichtige Faktoren für ein gesundes Altern sind eine zufrieden stellende Rolle in der Gemeinschaft und die damit verbundene geistige Aktivität, Sport und Bewegung und eine gesunde Ernährung.

Ergotherapie als Anleitung für selbstständiges Leben

Das eigenständige Wohnen stellt für viele Senioren ein wichtiges Stück Lebensqualität dar, das sie sich so lange wie möglich erhalten wollen.

Die ergotherapeutische Behandlung im Rahmen eines Hausbesuchs gibt konkrete Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Ziel ist dabei, älteren Menschen ein angstfreies, aktives und selbstständiges Leben zu erhalten bzw. wieder zu ermöglichen. Dazu gehören:

  • Kompensation von körperlichen Einschränkungen, Übungen zur Sturzprophylaxe, Trainieren von Alltagshandlungen wie Haushaltsmanagement, Selbstversorgung und körperliche Hygiene,
  • Motivation zur Freizeitgestaltung und zur aktiven Teilnahme am sozialen Leben.
  • Verbesserung und Erhalt der motorischen und sensorischen Fähigkeiten
  • Aktivierung kognitiver und neuropsychologischer Fähigkeiten, z. B. für bessere Orientierung und Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Geistige Beweglichkeit und Handlungsplanung.
  • Begleitung beim Umgang mit Erfahrungen von Veränderungen und Verlust zum Erhalt der psychischen Stabilität

Ergotherapie berät bei der Wohnraumanpassung

Viele Wohnungen sind nicht auf die sich verändernden Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. An Treppen fehlen Handläufe, Badewanne und Dusche können nur unter großen Mühen genutzt werden, obere Schrankfächer sind unerreichbar, der Läufer im Flur ist eine gefährliche Stolperfalle.

In der Ergotherapie werden gemeinsam Lösungen für ein barrierefreies Wohnen und einen sicheren Alltag erarbeitet. Konkret wird dabei z.B. auch der Umgang mit Hilfsmitteln wie Badewannenlifter oder Duschklappsitz trainiert, um den Handlungsspielraum des älteren Menschen, so groß wie möglich zu gestalten.