Therapiekonzepte - Frühkindliche Reflexe

Frühkindliche Reflexe sind unentbehrlich für die normale Entwicklung Ihres Kindes.

Lesen Sie weiter, welche Auswirkungen dieses Fortbestehen haben kann. Reflexe sind automatische, schnell ablaufende Reaktionen auf einen spezifischen Reiz und werden vom Hirnstamm gesteuert. Sie laufen immer nach dem gleichen Muster ab und können nicht bewusst gelenkt werden.

Jeder Reflex hat eine bestimmte Aufgabe und ist in einem zeitlich festgelegten Rahmen aktiv. Hat er seine Aufgabe erfüllt, wird er zugunsten einer höher entwickelten Bewegungsform abgebaut, d.h. integriert. Die Integration der Reflexe ist an den Erwerb neuer Fähigkeiten gekoppelt.

Werden die Reflexe nicht im dafür vorgesehenen zeitlichen Rahmen durch höhere Entwicklungsstufen unterdrückt, bleiben sie im Körper „aktiv“ und können nachfolgend die Motorik, die Wahrnehmungsfunktionen, die Koordination und die emotionale und kognitive Entwicklung behindern.

Rückstände in diesen Bereichen äußern sich oft mit Aufmerksamkeitsdefiziten.

AD(H)S
-  d.h. ständig in Bewegung sein, unruhig, ablenkbar, mit Schwierigkeiten, die eigenen Tätigkeiten zu organisieren und Impulse zu steuern. Ohne Hyperaktivität stehen Verträumtheit und "zu langsam sein" im Vordergrund.

Kinder im Alter von einem Jahr, denen es erlaubt ist, sich frei zu bewegen, zeigen ein ähnliches Verhalten  wie  Kinder mit AD(H)S.  In diesem Alter ist es noch völlig normal und als Zeichen eines noch nicht ausgereiften Gehirns zu werten. Später gilt dieses Verhalten nicht mehr als normgerecht und wird als störend und hinderlich erlebt. Und doch ist es – unabhängig vom Alter – ebenfalls als Zeichen eines noch nicht ausgereiften Gehirns zu deuten. Solange Sie noch im Körper „aktiv“ sind, können höhere Fertigkeiten sich nicht entwickeln. Zur Integrierung noch aktiver Reflexe arbeiten wir in der Ergotherapie unteranderm mit dem Rhythmic Movement Training.

Das Rhythmic Movement Training – RMT


Mit den Übungen der Rhythmischen Bewegungslehre, entwickelt vom schwedischen Arzt Dr. Harald Bloomberg, werden die rhythmischen Schaukelbewegungen des Kleinkindes imitiert und dadurch der Hirnstamm zur Vernetzung mit anderen Gehirnarealen angeregt

Die Vernetzung von Nervenzellen mit höheren Gehirnbereichen entspricht einer Reifung des Gehirns, denn höhere Bereiche werden aktiviert und können ihre Funktion übernehmen.
Diese sanfte Methode enthält passive und aktive Bewegungen, die von Ihnen und Ihrem Kind recht leicht erlernt werden können.