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Reflexintegration in der Ergotherapie

Wie läuft eine Reflexbehandlung ab?

Reflexe sind automatische, schnell ablaufende Reaktionen auf einen spezifischen Reiz und werden vom Hirnstamm gesteuert. Sie laufen immer nach dem gleichen Muster ab und können nicht bewusst gelenkt werden. Jeder "frühkindliche Reflex" hat eine bestimmte Aufgabe und ist in einem zeitlich festgelegten Rahmen aktiv. Hat er seine Aufgabe erfüllt, wird er zugunsten einer höher entwickelten Bewegungsform abgebaut, d.h. integriert. Die Integration der Reflexe ist an den Erwerb neuer Fähigkeiten gekoppelt.

Werden die Reflexe nicht im dafür vorgesehenen zeitlichen Rahmen durch höhere Entwicklungsstufen unterdrückt, bleiben sie im Körper »aktiv« und können nachfolgend die Motorik, die Wahrnehmungsfunktionen, die Koordination und die emotionale und kognitive Entwicklung behindern. 

Viele Eltern fragen sich, was genau in einer Reflexbehandlung passiert und wie ihr Kind dabei unterstützt wird. In der Ergotherapie geht es nicht nur um Bewegung – sondern darum, die körperliche und neuronale Reifung deines Kindes gezielt zu fördern.

Kennenlernen und Beobachtung

Zu Beginn nehmen wir uns Zeit für ein ausführliches Gespräch. Wir sprechen über die Entwicklungsgeschichte deines Kindes, seine Stärken und die aktuellen Herausforderungen – z. B. in der Schule, beim Lernen, in der Motorik oder im Verhalten. Anschließend erfolgt eine Beobachtung und ein Reflexscreening, bei dem überprüft wird, welche frühkindlichen Reflexe möglicherweise noch aktiv sind (z. B. Moro-, ATNR-, STNR- oder Spinal-Galant-Reflex). So entsteht ein genaues Bild über den aktuellen Entwicklungsstand.

Individueller Trainingsplan

Jedes Kind ist einzigartig – und genauso individuell ist auch sein Übungsplan. Dieser basiert auf den Ergebnissen des Screenings und besteht aus Bewegungen, die an die frühkindliche Entwicklung anknüpfen. Die Übungen fördern die Zusammenarbeit von Gehirn und Körper und helfen, alte Bewegungsmuster schrittweise zu integrieren. Mit gezielten Bewegungen, Rollen, Wiegen, Strecken oder Überkreuzübungen wird das Nervensystem aktiviert und neue neuronale Verbindungen aufgebaut.Hilfsmittel wie Bälle, Matten oder Schaukeln machen die Übungen abwechslungsreich und kindgerecht.

Fortschritte sichtbar machen

In regelmäßigen Abständen überprüfen wir gemeinsam die Entwicklung. Oft zeigen sich schon nach wenigen Wochen erste Veränderungen: mehr Ruhe, bessere Konzentration, geschmeidigere Bewegungen oder eine aufrechtere Körperhaltung. Der Übungsplan wird dabei immer wieder individuell angepasst.

 

Ziel der Reflexintegration

  •  Verbesserung von Haltung, Gleichgewicht und Koordination

  • Förderung von Lateralität und Lernfähigkeit

  • Förderung von Konzentration

  • Abbau von innerer Unruhe und Ängsten

  • Stärkung von Selbstvertrauen und emotionaler Stabilität