Wir unterstützen Kinder und Erwachsene dabei, ihre natürliche Händigkeit sicher zu entwickeln oder wiederzufinden. Durch gezielte Diagnostik, Beratung und Training schaffen wir Klarheit, verbessern die Handmotorik und stärken die Basis für Schreiben, Lernen und Alltagshandlungen.
Was bedeutet Händigkeit?
Die Händigkeit beschreibt die natürliche Dominanz einer Hand, die bevorzugt für fein- und grobmotorische Tätigkeiten eingesetzt wird. Sie entsteht neurologisch im Gehirn und ist nicht erziehbar oder »antrainierbar«, sondern entwickelt sich individuell. Mit etwa vier Jahren kann man beobachten, ob eine Kind Links- oder Rechtshänder ist. Bei der Händigkeitsbeobachtung kommt es sehr auf spontane, unbewusste Tätigkeiten an, die nicht oder wenig von der Gesellschaft geprägt sind. Beispiele hierfür sind das Bauen mit Bausteinen oder Perlen auffädeln.
Ein Kind braucht für sicheres Schreiben, Basteln, Schneiden und Orientieren eine klar festgelegte Führhand und eine unterstützende Haltehand.
Die Händigkeit ist bei der Geburt festgelegt und wird sehr wahrscheinlich vererbt. Das bedeutet, dass in Familien, wo schon Linkshänder sind, höchstwahrscheinlich wieder Linkshänder geboren werden können. Dies ist vielen jedoch gar nicht bewusst, da sie durch äußeren Einfluss umgeschult wurden. Die »Zwangs«-Umschulung stellt oft eine frühe Traumatisierung dar.
Umschulung der Händigkeit – mögliche Folgen
Von umgeschulten Linkshänder spricht man, wenn ein Linkshänder mit der rechten Hand Tätigkeiten durchführt. (Dies kommt in seltenen Fällen auch bei Rechtshändern vor.) Hierbei kann es zu einer Fehlbelastung des Gehirns kommen, was zu massiven Störungen führen kann.
Wenn eine ursprünglich dominante Hand (häufig die linke) auf die andere Seite umgeschult wurde, kann das zu verschiedenen Schwierigkeiten führen, zum Beispiel:
Verkrampftes oder langsames Schreiben
Konzentrations- und Lernprobleme
Legasthenische Probleme
Schwierigkeiten Tätigkeiten zu beginnen
Unsichere Stifthaltung oder unökonomische Bewegungsabläufe
Vermehrte Fehler beim Abschreiben oder in der Raum-Lage-Orientierung
Geringeres Selbstvertrauen bei feinmotorischen Aufgaben
Im Rahmen der Ergotherapie können wir herausfinden, ob eine Umschulung vorliegt und ob eine Rückschulung oder Stabilisierung sinnvoll ist.
Ziele des Lateralitätstrainings
Entwicklung bzw. Festigung einer klaren Führ- und Hilfshand
Verbesserung von Feinmotorik, Schreibmotorik und Koordination
Förderung von Konzentration und Orientierung im Raum
Entlastung im Alltag, Kindergarten, Schule oder Beruf
Stärkung von Sicherheit, Selbstvertrauen und Bewegungsabläufen
Lateralitätstestung & Ablauf in unserer Praxis
Zu Beginn führen wir eine standardisierte Testung und Beobachtung durch, zum Beispiel zu:
Händigkeit (Führhand/Hilfshand)
Augen- und Fußdominanz
Stifthaltung, Handführung, Bewegungsqualität
Raum-Lage-Orientierung (rechts–links, Überkreuzbewegungen)
Schreibmotorik und Alltagsbeobachtung
Im Anschluss folgt ein detailliertes Beratungsgespräch, in dem wir die Ergebnisse verständlich erklären und gemeinsam das weitere Vorgehen planen.
Die Therapie kann beinhalten:
Lateralitätstraining (Überkreuzbewegungen, Koordination, Handdominanz)
Fein- und Graphomotoriktraining für Linkshänder
Schreibmotorische Förderung
Training der Hilfshandfunktionen
Entlastende Alltags- und Schreibhilfen
ggf. begleitende Eltern- oder Lehrerberatung für den Umgang mit Linkshändigkeit im Alltag und ggf. Schule. Zum Beispiel sinnvolle Gebrauchsgegenstände, wie Scheren, Küchenutensilien, Stifte ect.
Unser Angebot
Wir bieten Ihnen:
Diagnostik & Testverfahren zur Händigkeit
Beratung für Eltern, Pädagog:innen und Betroffene
Therapeutische Begleitung bei Umschulungsfragen
Individuelles Lateralitäts- und Schreibmotoriktraining